Zwischen Spott und Dämonisierung
Die sus-et-iudaei-Plastiken des ausgehenden Mittelalters beschreiben das Judentum als sündige Absonderlichkeit, die gefährlich ist und zum Bösen verführt. Die Bildsprache der Plastiken wurde über Jahrhunderte hinweg vielfach rezipiert, wobei sich ein Bedeutungswandel vollzog – vom vorwiegend theologisch begründeten Antijudaismus hin zu einer Schmähdarstellung unverhohlenen Judenhasses. Das Brandenburger Kapitell, das zwischen 1235 und 1250 entstanden ist, ist eines der frühesten bekannten im deutschsprachigen Raum.
Die Kunsthistorikerin Theresa Jeroch hat die Brandenburger Schmähplastik untersucht und in ihrem religions- und kulturhistorischen Kontext analysiert. Ihre Arbeit wurde begleitet von einer Arbeitsgruppe, der Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama, die Antisemitismus-Beauftragte der Landeskirche Marion Gardei, Vertreter:innen des Denkmalschutzes sowie der Vorstand des Domstiftes Brandenburg angehörte.
Am Sonntag, 21. September, wird um 18 Uhr ihre Studie in der Aula der Ritterakademie vorgestellt.
Programm
Dr. Cord-Georg Hasselmann | Kurator und Vorstandsvorsitzender des Domstifts Brandenburg
ZUM UMGANG MIT DER BRANDENBURGER SCHMÄHPLASTIK
Dr. Christian Stäblein | Bischof und Dechant des Domstifts Brandenburg
ZUM PROBLEM DES CHRISTLICHEN ANTIJUDAISMUS UND DER AUFGABE DER KIRCHE ZUR KRITISCHEN AUSEINANDERSETZUNG
Prof. Dr. Andreas Nachama | Rabbiner
ERINNERUNG UND GEDÄCHTNIS. ZUM UMGANG MIT DER GESCHICHTE
Theresa Jeroch | Kunsthistorikerin
BUCHVORSTELLUNG
anschließend Diskussion und Erläuterung anhand des Originals im Kreuzgang
Sie können sich gern für die Veranstaltung im Vorfeld anmelden: viktoria.klawitter@dom-brandenburg.de

