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Das Domstift gratuliert Helmut Reihlen zum 85. Geburtstag

Helmut Reihlen hat als Kurator das Domstift Brandenburg geprägt

Prof. Dr.-Ing. Helmut Reihlen, der ehemalige Kurator des Domstifts Brandenburg, wurde in diesem August 85 Jahre alt. Bereits seit 1994 gehörte er dem Domkapitel als Ehrendomherr an. Fünf Jahre später übernahm das Amt des Kurators, das er knapp acht Jahre lang ausübte.

Helmut Reihlens Amtszeit ist von Um- und Aufbrüchen geprägt. Nach der statischen Sicherung des Domes stand die Sanierung der übrigen Bausubstanz an. Es galt, zeitgemäße, zukunftsfähige Nutzungen für die denkmalgeschützten Gebäude zu finden. Helmut Reihlen verfocht engagiert die Vision vom Brandenburger Dom als einem Ort des geistlichen Lebens, der Kultur und der Bildung. Schon bald nach der Gründung der ev. Grundschule im Jahre 2000 musste an eine weiterführende Schule gedacht werden. Im gleichen Jahr wurde der Planungsausschuss für das Domgymnasium ins Leben gerufen. Die von Helmut Reihlen initiierte und forcierte Spendenkampagne „Jetzt auf Bildung bauen – Domgymnasium 2006“ erbrachte 1,3 Millionen Euro, die für die Gründung der Schule nötig waren. Im Sommer 2006 schließlich zogen die ersten Schülerinnen und Schüler vom Dom zum unweit gelegenen Domgymnasium.

Reihlens Amtszeit ist von einer umfangreichen Bautätigkeit auf dem Burghof geprägt: Hackschnitzelheizwerk und Ringleitung, Burghof 10, wo heute die Verwaltung des Domstifts beherbergt ist. In der Nordklausur sind die bekannten gotischen Malereien entdeckt worden, die einst die Studienbibliothek der Prämonstratenser schmückten. Jenseits des Domstrengs, eines kleinen Havelarms, wurde ein Parkplatz mit Stellplätzen für Autos und Wohnmobile errichtet, um den Burghof vom ruhenden Verkehr zu entlasten. Eine Fußgängerbrücke verbindet Parkplatz und Burghof. All dies waren wichtige bauliche Elemente in Reihlens Vision von einem Domcampus, auf dem sich Bildung, Kultur und geistliches Leben zu einem fruchtbringenden Miteinander verbinden sollten. Deshalb schmerzte ihn die Schließung des Predigerseminars, das 55 Jahre das Leben am Dom geprägt hatte, besonders. Da die evangelischen Kirchen in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Berlin-Brandenburg entschieden hatten, ihre Ausbildung in Wittenberg zu konzentrieren, mussten andere Predigerseminare schließen. Wo damals Pfarrerinnen und Pfarrer ausgebildet wurden, toben heute die Hortkinder.

Stets lag Helmut Reihlen die Kultur am Herzen. Zahlreiche Publikation wie der große Katalog des Textilschatzes, die Bücher über das Evangelistar oder die Petrikapelle wäre ohne sein Zutun nicht entstanden. Aber auch die Ausstellungen, die Konzerte der Dommusik und das Domstiftsarchiv hat er stets befördert.

Im Jahre 2007 trat Helmut Reihlen von seinem Amt als Kurator zurück, blieb aber bis heute als Domherr dem Domstift erhalten.

Das Domstift Brandenburg dankt Helmut Reihlen auf das herzlichste und wünscht ihm und seiner Frau Erika Gottes reichen Segen.